Neulich in Jerusalem – rocking Rabbi


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Mit neulich in Jerusalem fangen aktuell viele Anekdötchen an, mit denen ich meine Freunde und Bekannten nerve. Im August verweilte ich ein paar Tage in Jerusalem. Eines Nachmittags machte ich mich zu Fuß auf den Weg vom Busbahnhof in Richtung Altstadt. Am Ende des Downtown Triangle, wie sich dort die Innenstadt nennt, war eine große Menschentraube und laute Musik.

Rabbi Timer und Alexandra Kanarit aka Gypsy Lady belebten den ausgehenden Tag mit feinen Klängen. Wenn ich mich recht entsinne war es „U´valayla“ nur mit Sonnenschein.

Als ich Alexandra Kanarit habe spielen hören musste ich sofort an das Lied  „The Devil Went Down To Georgia“ denken bei dem der Hauptakteur mit dem Teufel um die Wette geigt und gewinnt. Sicherlich stand mir vor Staunen der Mund offen.

Der Kerl ist echter Rabbi, sonst kann man auf Englisch nicht viel mehr ergooglen, außer wie die beiden sich kennengelernt haben. Die Gypsy Lady mit ukrainischen Wurzeln, die meist in Tel Aviv die Straßen entzückte, war zu Besuch in Jerusalem und auf dem gleich Weg wie ich: vom Busbahnhof in die Altstadt und hörte Rabbi Tomer spielen, zückte die letzen 2 Schekel und wurde von Rabbi Tomer eingeladen die mitgebrachte Violine auszupacken und ein Lied mit ihm zu spielen. Seit vier Jahren spielen sie jetzt zusammen. Was für eine märchenhafte Geschichte!

Jedenfalls bin ich bei dem Gefiedel ganz entrück und verzückt, obwohl ich absolut kein Fan von Geigen bin, außer bei pompösen Soularrangements.

Das war auf jeden Fall eines der Highlights bei der höchst wunderbaren Beschäftigung des Sich-treiben-lassens durch fremde Städte.

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Joan Osborne optimiert Dylan


Seit gestern habe ich das aktuelle Album „Songs of Bob Dylan“ von Joan Osborne auf den Ohren. Ich wusste ja schon ungefähr was mich erwartet, da ich im April in den Genuss kam Joan nach 22 Jahren einmal live zu sehen. Auf diesem kleinen Clubkonzert hatte Sie bereits die breite Dylan-Palette präsentiert. Generell bin ich kein so riesen Fan von Dylan. Weder werde ich mit Dylan als Mensch, noch als Musiker warm. Aber die Dylan Songs, die ich bereits von Joan kannte, wie „Man In The Long Black Coat“ oder „Make You Feel My Love“ finde ich extrem gut.

Die erste Single des neuen Albums ist zurecht „Tangled Up In Blue“:

Mir gefällt bei Joans Interpretationen auch, dass Sie nicht immer beim original Sound bleibt sondern die Lieder neu einfärbt, wie beispielsweise bei „Quinn The Eskimo“:

Einfach mal reinhören und begeistert sein!

22 Jahre warten auf Joan


Im Jahr 1995 kam „One of us“ raus und ich war begeistert von der lockigen Frau mit dem Nasenring. Ich war 12 Jahre alt und zwischen David Hasselhoff und Worlds Apart in meinem jugendlichen Wahn gefangen und da kam Joan und hat mich quasi erlöst. Gute Musik zog ein ins Kinderzimmer. „One of us“ war schnell „totgenudelt“, wie man damals gesagt hat und meine jungen Stimmbänder schwangen zu „St. Teresa“ und „Right Hand Man“.

Und hier die nächste Hörprobe:

Dann kam das Album „Early Recording“ in 1996, eines meiner liebsten Alben überhaupt. Leider wurde es dann erst einmal ruhiger um Joan Osborne. Im Jahr 2000 erschien das Album „Righteous Love“, dass auch zu einer meiner größten musikalischen Lieben gehört. Der Rummel um diese begnadete Künstlerin flachte zumindest in Europa extrem ab, da konnte auch die Tour mit der Motown-Studioband „The Funk Brothers“ leider nichts ausrichten. Der Film zur Tour und die Musik sind zum ausflippen großartig! Entsprechende Videos gibt es in einem älteren Beitrag: Joan Osborne

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen große Träume anzugehen. Auf der Liste der Big Dreams stand irgendwo ganz oben auch „Joan Osborne live sehen“. Das ist ein Traum, der mich schon seit 22 Jahren begleitet.

Ohne große Hoffnung nahm ich mein Handy und suchte nach Konzertterminen, die außerhalb der USA liegen und möglicherweise per Flug oder Zug irgendwo im europäischen Ausland zu erreichen sind. Und ich habe meinen Augen fast nicht getraut. Joan Osborne kommt raus auf New York und spielt 2 Konzerte in Deutschland! Es ist für mich immer noch unglaublich. Ich fahre im April nach Münster und werde Joan wahrhaftig sehen und vor allem hören! Zug, Hotel, Konzerttickets, Urlaub – alles schon bereit! Ich freue mich riesig und hoffe auf wirklich unvergessliche Momente.

Nur noch 41 mal schlafen!

James Hunter heizt dem Jahresbeginn ein!


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Was entdeck ich da Schreckliches? Im Jahr 2016 habe ich lediglich zwei Artikel zum Besten gegeben. Als Entschuldigung könnte gelten, dass das vergangene Jahr eine unendliche Tragödie für die gesamte Musikwelt war. Das erste Mal im Leben habe ich bei meinen Lieblingssongs Tränen um die Interpreten vergossen. Aber dieses Kapitel will ich hier gar nicht aufschlagen. Das Jahr 2016 war für mich musikalisch interessant, ich war bei wirklich vielen Konzerten. Ich habe Joy Denalane, Max Herre, Peter Fox und Max Mutzke mit Big Band erlebt. War auf großen und kleinen Konzerten, alleine und in der Gruppe, hab gelauscht und getanzt. Ich hatte aber leider weniger Gelegenheiten zum Musikhören seit ich weniger im Homeoffice arbeite und weniger Zeit im Auto verbringe. Und durch wohnliche Veränderungen waren meine Plattenspieler lange nicht verfügbar. Alles faule Ausreden, ich weiß!

An Heilig Abend ist mir ein toller Künstler durch den Gehörgang gestiefelt. Mein Onkel hatte meiner Mutter eine CD mitgebracht, die wir auch gleich anhörten. Weihnachten ist bei meinen Eltern der einzige Tag im Jahr an dem eine CD angehört und dafür das Radioprogramm unterbrochen wird. Es war die aktuelle Platte von The James Hunter Six. Leider hat mein Onkel noch nicht ganz verinnerlicht, dass ich noch viel leidenschaftlicher Soul höre als meine Mutter. Jedenfalls zündete der Sound bei mir augenblicklich. Überzeuge dich selbst mit dem Song „Minute by Minute“:

Das klingt original nach 60er Musik und nicht nach heute. Dabei ist James Hunter erst 1962 geboren. Er ist seit 1986 auf Tonträger zu hören und war mit und ohne Band unterwegs. In den 90ern war er mit Van Morrison auf Tour und für sein erstes Soloalbum war er für einen Grammy nominiert. Seit letztem Jahr sind The James Hunter Six bei Daptone unter Vertrag (wie z.B. Sharon Jones und Charles Bradley). Von diesem Album gefällt mir unter anderem „Stranded“:

Mir bereitet James Hunter auf jeden Fall ein wohlig warmes Gefühl in diesen Wintertagen und bringt mir ein Lächeln auf die Lippen. Und hoffentlich bringt er mir die benötigte Muse weitere Hörerlebnisse in Form von neuen Blogartikeln bereitzustellen. „Something´s Calling“ möchte ich natürlich auch niemandem vorenthalten:

Ich wünsche uns allen ein wunderbares Musikjahr 2017!

Zeitloser Soul mit Michael Kiwanuka


Es gibt einen Radiosender dem verdanke ich viel gute Musik. Irgendwann letzten Herbst hörte ich dann auf Deutschlandradio Kultur Michael Kiwanuka. Schnell die Anzeige am Autoradio abfotografiert und zuhause recherchiert. Zu diesem Zeitpunkt war das aktuelle Album noch in der Mache und es gab kaum Videos im Netz. Was es gab war „Bones“ und ich war verzaubert!

Der Brite mit ugandischen Wurzeln kann das was er macht wirklich, denn er hat Jazz studiert und als Studiomusiker gearbeitet. Adele nahm Ihn als Support mit auf Tour und er wurde von Jools Holland in seine Show eingeladen.

Michael Kiwanuka beschert mir mit seinem aktuellen Album „Love & Hate“ den perfekten Soundtrack für den Sommer. Und der klingt 2016 für mich nach heißen Nachmittagen ohne viele Autos auf der Straße, nach dem ausbleiben von Hip sein und nach entspanntem Wolkenbeobachten und dem Gras beim wachsen zusehen. Und wenn die Sonne auf sich warten lässt, dann taugt der Sound auch für verregnete Sonntage im Bett.

Der Sommer 2016 kann also nur gut werden!

Groovende Nostalgie – The Postmodern Jukebox


Irgenwann vor einigen Monaten flimmerte ein Video meinen Newsstream in Facebook entlang, ich klickte das Video an und war gefesselt von „My Heart Will Go On“!

Die Coolness von Celine Dion ist 1997/1998 wohl ebenfalls im Meer versunken. Der Song an sich ist aber wirklich ein Kracher…kommt eben auf die Präsentation an.

Wer ist jetzt diese Gruppe, die hier so herrlich grooved und tolle Stimmen bietet? 

Die Truppe deren Bandnamen auch gerne mal der Pianist vorangestellt wird, Scott Bradlee, hat eigentlich keine feste Besetzung. Die wechselnden Künstler interpretieren aktuelle Popsongs und Klassiger der Unterhaltungsmusik neu mit einem Schuss Swing, zwei Spritzerns Soul und einer Zeste fettem Jazz.

Das klingt unglaublich gut, wie z.B. bei dem Cover „All About That Bass“.

Im April war es dann endlich soweit, da gab es das Ganze live! Die Konzerthalle war ziemlich voll, viele Hosenträger und Kleidchenträgerninnen, Hochsteckfrisuren, Bärte und Flatcaps waren versammelt.

Die Stimmung war der Wahnsinn. Die Band hat den richtigen Sound gebracht, die drei Mädels und zwei Jungs an den Mikros haben ordentlich eingeheizt und ein flinkes Wiesel hat dazu überzeugenden Tab Dance abgeliefert.

Mein persönliches Highlight des Konzerts war aber eindeutig Shoshana Bean und deren Interpretation von „Sweet Child Of Mine“. Leider hab ich dazu kein passendes Video gefunden. Drum gibt es nur „Poison“ und das ohne sexy Kleidchen.

Ich freu mich schon auf die nächste Tour, so muss Entertainment aussehen!

„Where Is This From?“ von Lewis Durham


Wenn ich selbst nicht zum Schreiben komme möchte ich euch wenigstens daran teilhaben lassen, was ich lese!

Heute einen netten Artikel von Lewis von „Kitty, Daisy and Lewis“, über die ich ganz unbedingt selbst einmal schreiben sollte!

Um was geht es in diesem Artikel? Um die Entwicklung in der Musik, die Verfügbarkeit und die Möglichkeiten heute und auch um die Seele, die an manchen Stellen verloren geht!

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